Sankt Pauli #bodyshaming

Das letzte Heimspiel dieser Saison war ein echter Hürdenlauf für mich. Eigentlich bin ich es gewohnt das in der Süd Kurve jeder mit offenen Armen empfangen wird.

Desto erschreckender und niederschmettender war der letzte Besuch, am Sonntag Nachmittag, wo der Fc St. Pauli gegen den Greuther Fürth spielen sollte.

Es war ein ausverkauftes Spiel, die Südkurve war bereits voll gepackt mit braun gekleideten Fußballfans, wie immer wurden gemeinsam die Hymnen für den Fc St. Pauli geschmettert, literweise Bier getrunken und einfach freudig das letzte Heimspiel der Saison eingeläutet. Ich quetschte mich wie immer zu meinen Platz direkt hinters Tor, es war eng, heiß und schwitzig – genauso wie ich meine Millerntorbesuche liebte. Ich stolperte zu meinen Platz, schmiegte mich an den Fans vorbei in der Hoffnung rechtzeitig zu meinem Platz zu kommen. Ich kannte die meisten Leute vom sehen, es standen immer die gleichen Leute im Block, aber am letzten Heimspieltag, standen alle verstreut und ich kannte diesmal niemanden in meinem unmittelbaren Umfeld.

Ich stand nicht einmal eine Sekunde an meinem Platz, als mich direkt ein Spruch von einem braungebrannten Typen hinter mir traf. „Fette Sau“, ich ignorierte es. „Ey, weg da, Schwabbelbacke!“, sagte jemand anderes. Es war nicht sehr einfallsreich, ich kannte durchaus andere und bessere Beleidigungen, welche ich mir in den Jahren meines Daseins so alles anhören durfte, dennoch kratzte es an meinem Ego. Weitere Beleidigungen flogen in meine Richtung, ich schluckte. Ich war alleine dort, meine Fußballfreunde hatten für dieses Spiel keine Karten ergattern können und konnte mir in dieser Situation keine Sicherheit geben. Die erste Halbzeit zog sich gefühlt Stunden lang hin, immer wieder wurde etwas gerufen, keiner nahm mich in Schutz oder pöbelte hoch zu diesen halblebensfähigen Amöben. In der Halbzeit stellte ich mich woanders hin, ich floh.

Diskrimierung hat also immer noch kein Ende. Und schon gar nicht bei dem FC St. Pauli.

Ich verstehe nicht wie Sie (FC St. Pauli Fans) Hymnen gegen die AFD schmettern und alles gegen Rassismus und Diskrimierung in Bewegung setzen, aber dennoch sowas passieren kann. Menschen zu diskrimieren, weil sie anders sind, nicht der Norm entsprechen ist Rassismus und sowas hat bei dem FC St. Pauli eigentlich nichts zu suchen.

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